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Der Filmer Hanspeter Bäni hat einen Dokumentarfilm über Jugendliche in ihrem letzten Schuljahr gedreht. Diese Schüler der Sekundarklasse 4a in Birr/AG stehen vor der grossen Weichenstellung in ihrem Leben. Diese Fragen beschäftigen sie: Welche Chancen hat ihnen das Berufsleben zu bieten? Welche Hoffnungen und Ängste treiben sie um? In der Dokumentation wird gezeigt, wie die Jugendlichen mit ihrer Situation umgehen - und wie sie von ihren engagierten aber teilweise überforderten Eltern begleitet werden. Viele Jugendliche im letzten Schuljahr werden sich in den gezeigten Schülerinnen und Schülern wiedererkennen. Somit kann der Film Insprationen geben, wie die eigene Suche nach der richtigen Lehrstelle oder Ausbildung anzugehen ist.
Hier ist der Link zu der Dokumentation.
Die Schülerin S. ist wie John, die Hauptfigur der Dokumentation, im letzten Schuljahr. Sie hat die Dokumentation gesehen und fasst die Johns Geschichte zusammen. Anschliessend machte sie sich auch über ihr eigenes letztes Schuljahr und die Berufswahl Gedanken. Beide Texte sind hier wiedergegeben.
Mit John durch die Berufswahl
John Bürki ist 16 Jahre alt und besucht das letzte Schuljahr. Sein Berufswunsch ist Grafiker. Er ist unkonzentriert, unmotiviert, nimmt alles viel zu locker und gilt deshalb als Problemkind. Seine Eltern sind getrennt, er wohnt bei seiner Mutter und ihrem Freund. Mit seinem Stiefvater versteht er sich nicht so gut, John findet, dass er sich zu fest in seine Privatangelegenheiten einmischt. Zu seinem leiblichen Vater hat er eine lockere Beziehung, deshalb möchte er bei ihm einziehen, doch das ist leider nicht möglich.
Da John sich in der Schule nicht gross bemüht, muss er zum Schulsozialarbeiter. Er steht kurz vor dem Rauswurf, weil er lieber etwas mit seinen Kollegen unternimmt als seine Hausaufgaben zu erledigen.
Der Stiefvater möchte John unbedingt helfen eine Lehrstelle zu finden, doch John lehnt diese und jegliche andere Hilfe ab, deshalb haben die beiden auch viel Streit. Dabei kann es auch zu häuslicher Gewalt von der Seite des Stiefvaters kommen. Nach einem grossen Streit bei dem die Polizei eingreifen muss, wird dem Stiefvater 40 Tage Hausverbot zugeteilt und John kann eine Woche zu einer Schulkollegin.
John wird auch mit einem geklauten Fahrrad und einem Joint von der Polizei erwischt. Das gesteht er aber gleich seiner Mutter und seiner Lehrerin. Wegen dieser Situation gibt es ein Gespräch mit den leiblichen Eltern, der Lehrerin, der Schulleiterin und dem Schulsozialarbeiter. Dort bekommt er von der Schule eine Anzeige wegen Sachbeschädigung, weil er eine Kamera des Schulareals mit Farbe besprüht hat. Damit John nicht von der Schule fliegt, muss er für 6 Wochen ins Time-Out in einem Gartenbauunternehmen.
Im Time-Out gefällt es John, und er macht seine Arbeit gut. Er bekommt sogar eine gute Referenz vom Chef. Als er im Dezember wieder in die Schule darf, ist er erleichtert.
Ende Februar hat John noch immer keine Schnupperlehre absolviert. Die meisten Kinder aus seiner Klasse gingen schon schnuppern und einige haben auch schon eine Lehrstelle.
Im April ist John der einzige Schüler, der noch keine Lehrstelle gefunden hat und auch noch nicht weiss, was er nach diesem Schuljahr machen soll.
Im gleichen Monat gibt es ein Gespräch, und da entschied die Schulleiterin, dass John nach den Frühlingsferien die Schule nicht mehr besuchen kann. Die Mutter macht sich Vorwürfe und gesteht sich ein, dass sie sich mehr um John hätte kümmern sollen.
Bis heute hat John keine Lehrstelle gefunden und geht lieber mit seinen Freunden nach draussen.
Meine Berufswahl
Leider weiss ich noch nicht genau, was ich später beruflich machen will. Ich habe schon einmal an Modedesignerin gedacht, diesen Berufswunsch hatte ich relativ lange. Ich wusste auch schon, wie ich ihn verwirklichen konnte. Doch irgendwann merkte ich dann, dass ich diesen Beruf doch nicht erlernen will, und jetzt bin ich an einem Punkt wo ich überhaupt nicht mehr weiss, was ich tun soll.
Berufe, die ich in Betracht ziehen könnte, sind: Fachfrau Betreuung, Tierärztin oder Tierpflegerin in einem Tierheim.
Berufe, die mir gefallen würden, die aber nicht wirklich erlernbar sind, gibt es für mich. Es sind Schriftstellerin und Künstlerin.
Ich war schon zweimal schnuppern und zwar als Modistin und als Steinmetz, doch diese Berufe gefielen mir nicht so gut.
In der Schule möchte ich einfach einen genügenden Notendurchschnitt, und in der Freizeit möchte ich mich auf meine Freunde und auf meine Hobbys (Zeichnen, Schreiben usw.) konzentrieren. In der NAU-Klasse möchte ich mich eigentlich auf alles konzentrieren. Spezielle Wünsche an den Unterricht habe ich keine … |